Transalp zu Fuß 2018 – Auf Schusters Rappen über Europas größtes Gebirge

Abenteuer sind Investitionen. Investitionen von Kraft, Mut, Ausdauer und manchmal auch Gesundheit und Leben, welche dann auch immer potenziell auf dem Spiel stehen. Manchmal lohnt es sich aber auch einfach, zu investieren.

Denis Pfeiffer

Die Reise meines Lebens – so bezeichne ich unsere erste Transalp (Alpenüberquerung) zu Fuß im Jahr 2018. Meine gute Freundin Bianca und ich hatten uns im November 2017 zusammengerauft und den Entschluss gefasst, gemeinsam die Zentralalpen von Oberstdorf nach Merano zu überqueren. Als wäre dieses Abenteuer nicht schon abenteuerlich genug, plante ich unsere Route auf eher unbekannten Wegen und teils sogar weglos nach Italien. Im Verlauf unserer Reise mussten wir lernen, dass ein solches Unterfangen nicht nur nicht gerade ein Zuckerschlecken ist, sondern uns auch ganz schnell aus der Bahn werfen und in ernste Gefahr bringen kann. Doch dazu später mehr.

Der erste Tag

Der eigentliche Ausgangspunkt der Reise: Landhaus Spielmannsau. Im Hintergrund die Allgäuer Alpen

Am 26.07.2018 war es nach neunmonatiger Vorbereitung endlich soweit: Unser erster Transalp zu Fuß startete in aller Herrgottsfrühe in Leipzig in einem ICE Richtung München, per Interregio verlängert nach Oberstdorf, leider auch unschön unterbrochen und um zwei Stunden verspätet durch einen Bombenverdacht im Bahnhof Erfurt.

In Oberstdorf angekommen, nahmen wir den lokalen Wanderbus in Richtung Landhaus Spielmannsau, um dort dann endgültig auf Schusters Rappen umzusteigen. Die erste Etappe sollte uns durch das Trettachtal und den wunderbaren, verwundenen und mit letzten Schneeresten gespickten Sperrbachtobel hinauf auf die Obere Mädelealpe und zur Kemptner Hütte bringen. Das Wetter war hervorragend und die Euphorie riesengroß, weswegen wir zügig vorankamen. Spätestens ab dem Eintritt in den Sperrbachtobel, eine Klamm, an deren Flanken sich der Weg direkt über dem Bach nach oben windet, ereilte uns auch das erste Mal richtiges Transalp-Feeling.

Im Sperrbachtobel

Die ersten Aussichten auf die umliegenden Allgäuer Hochalpen ließen uns auch schon ahnen, was uns in der noch folgenden Woche erwarten sollte. Trotz der sich stets bietenden Aussicht konnten wir auf dem gut ausgebauten Wanderweg schnell wieder Zeit gutmachen und erreichten, zum Schluss hin teilweise flankiert von äußerst zutraulichen Murmeltieren, noch vor dem Abendessen unser Etappenziel. Dies war jedoch noch der Verlauf des bekannten E5, was spätestens auf der Hütte spürbar wurde. Diese war augenscheinlich ordentlich überbucht und so gar nicht mit meiner Vorstellung einer Alpenüberquerung in Einklang zu bringen. Einmal mehr war ich sehr froh darüber, im weiteren Verlauf keiner der etablierten Überquerungsrouten zu folgen. Von der vollen und viel zu großen Hütte und der Zugverspätung einmal abgesehen, war es aber ein toller Etappenstart.

Der Eintritt in den Sperrbachtobel mit Mini-Kapelle
Die Kemptner Hütte – unser erstes Etappenziel

Der zweite Tag

Einladender kann ein Etappenstart kaum sein: Der Ausblick auf das Obere Mädelejoch (2033 m) und einen wunderschönen Sonnenaufgang

Am Morgen des zweiten Tages standen wir, wie leider auch die meisten anderen Hüttengäste, beizeiten auf, um festzustellen, dass sich am Frühstücksbuffet horrende Schlangen bildeten. Aus diesem Grund, und weil wir noch ein wenig Proviant vom Vortag übrig hatten, verzichteten wir auf ein Hüttenfrühstück und machten uns umgehend auf den Weg auf Etappe Zwei der Reise. So konnten wir beinahe allein in einen wunderschönen Sonnenaufgang starten und einigten uns auch noch darauf, dem nahe dem Oberen Mädelejoch (Pass, 2033 m) gelegenen Muttlerkopf (Gipfel, 2368 m) einen Besuch abzustatten und dort zu frühstücken.

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen fallen über den Berg
Unsere Aussicht vom Muttlerkopf (2368 m) – einfach atemberaubend!

Der Aufstieg auf den Muttlerkopf gestaltete sich langwieriger als angenommen, belohnte jedoch mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Allgäuer Alpen und ließ auch einen Blick auf den weiteren Verlauf unserer Reise in Richtung der Lechtaler Alpen erhaschen. Nach einem entspannten Frühstück und einer kurzen Foto- und Video-Session machten wir uns wieder zurück auf den Weg in Richtung Holzgau, welches grob die Hälfte unserer Weglänge für den Tag markierte.

Gegen Mittag erreichten wir den Roßgumpen Wasserfall und die nahegelegene Roßgumpenalm, wo wir unseren Kalorienhaushalt wieder auffrischten. Gestärkt und gutgelaunt ging es, dem Verlauf des Roßgumpenbachs weiter folgend, hinab in Richtung Holzgau und seiner berüchtigten Hängebrücke. Der mussten wir einfach kurz einen Besuch abstatten und genossen dort die luftig-schaukelige Aussicht in die 110 Meter darunter liegende Schlucht.

Roßgumpenbach mit Blick in Richtung Norden zum Mädelejoch

Dies ist noch eine Baustelle! Hier wird gerade frischer Content erschaffen. Es lohnt sich also sicherlich, in einigen Tagen mal wieder vorbeizuschauen! 🙂

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